"Ganz gleich, wie beschwerlich das Gestern war, stets kannst Du im Heute von Neuem beginnen" (Buddha)

Blutegeltherapie

Fast in Vergessenheit geraten, erfreut sich die Blutegeltherapie derzeit immer grösserer Beliebtheit. Und das nicht ohne Grund, denn der Speichel der kleinen Blutegel ist prall gefüllt mit genialen Wirkstoffen.

Die Blutegeltherapie zählt zu den Ausleitungsverfahren

Die Blutegeltherapie zählt ebenso wie der Aderlass oder das blutige Schröpfen zu den so genannten Ausleitungsverfahren, bei denen die Ausscheidung eingelagerter Schlacken und anderer Schadstoffe über das Blut forciert wird. Hierdurch wird der gesamte Organismus stark entlastet.

Das, was die Blutegeltherapie jedoch von allen anderen Ausleitungsverfahren unterscheidet, ist die einzigartige Wirkung des Speichelsekrets der kleinen Egel, welches sie während des Saugens ins Blut der Patienten leiten.

Die unterschiedlichen Wirkstoffe im Speichel der Blutegel unterstützen den Körper auf vielfache Weise. Und alleine die Wirkungen von Eglin und Hirudin zeigen sehr deutlich, wie vielfältig die Blutegeltherapie eingesetzt werden kann.

Generell ist sie eine ausgezeichnete Therapie bei allen Erkrankungen, denen Durchblutungsstörungen oder Entzündungsprozesse zugrunde liegen.

Der Verlauf der Blutegeltherapie

Der Blutegel wird mittels einer Pinzette auf den ausgewählten Hautbereich platziert. Damit er auch in genau diesem Bereich tätig wird und nicht etwa nach anderen Betätigungsfeldern sucht, hält der Therapeut den Egel mit einem umgestülpten Glas in Position.

Hat der Egel schliesslich eine ihm genehme Stelle gefunden, dringt er mit seinen Zähnchen in die Haut ein und gibt seinen Speichel in die Öffnung. Während des gesamten Blutsaugens scheidet der Egel sein Speichelsekret in die Wunde ab.

Diese Prozedur ist für den Patienten nicht schmerzhafter als ein Mückenstich.

Ein Blutegel nimmt zwischen 10 und 20 ml Blut auf, daher wird diese Therapieform oft auch als "Mini-Aderlass" bezeichnet.

Ein Blutegel fällt immer von alleine vom Körper ab, sobald er genügend Blut gesaugt hat. Diese Prozedur kann zwischen 30 und 90 Minuten dauern. Aus diesem Grund sollte der Patient genügend Zeit und Geduld mitbringen, denn der Blutegel darf niemals von der Haut abgerissen werden.

Das könnte zur Folge haben, dass ein Teil seines Kiefers in der Wunde verbleibt und dort eine Entzündung auslöst. Zudem kann das Quetschen des Tieres beim Abreissen Darmbakterien des Egels ins Blut der Patienten befördern, was ebenfalls zur Infektion führen würde.

Sollte es aus irgendwelchen Gründen erforderlich sein, den Egel zu entfernen, kann der Therapeut das Tier mithilfe eines Holzspatels oder eines in Alkohol getränkten Tupfers vorsichtig abnehmen.

Nach der Blutegeltherapie: Nachbluten erwünscht

Nachdem der Egel abgefallen ist, beginnt die Wunde zu bluten. Dieses Nachbluten ist erwünscht und sollte nicht unterbunden werden, denn es erhöht die Wirksamkeit der Blutegeltherapie und hat eine entstauende Wirkung. Ausserdem wird die Wunde durch die Blutung von Keimen befreit.

Zum Abschluss der Behandlung versorgt der Therapeut die Wunde mit einem sterilen und lockeren Verband, der spätestens am Folgetag gewechselt werden muss.

Das Nachbluten dauert in der Regel bis zu 12 Stunden. In Ausnahmefällen kann es auch bis zu 24 Stunden anhalten.

Die durch den Biss entstandene kleine Wunde verheilt innerhalb von einer bis drei Wochen. Nur selten bleibt eine winzige Narbe zurück.

Sollte das dennoch der Fall sein, ist es ratsam, diese bei einem versierten Therapeuten entstören zu lassen.


Quelle: www.zentrum-der Gesundheit.de